100 Tage Denis Schimak: Was hat sich bewegt?

19.04.2026

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Denis Schimak hat etwas mehr als 100 Tage als neuer Bürgermeister von Wehr hinter sich. Im Wahlkampf lag er deutlich vor den beiden anderen Kandidaten – doch wie lassen sich seine gesetzten Ziele heute bewerten?

Bereits im Wahlkampf wurde deutlich: Diese Ziele werden sich nicht einfach an festen Meilensteinen messen lassen. Denn weder Schimak noch seine Wählerinnen und Wähler klammerten sich an konkrete Einzelvorhaben. Vielmehr standen grundsätzliche Verbesserungen im Verständnis von Demokratie, Bürgernähe und Beteiligung sowie Pragmatismus und lösungsorientiertes Handeln im Vordergrund.

Mit dieser Vision sind vor allem drei zentrale Bereiche verbunden: ein aktiverer Gemeinderat, mehr Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie eine funktionierende Stadtverwaltung.

Auf diese drei Bereiche werfen wir einen genaueren Blick und zeigen, was sich in den vergangenen 100 Tagen verändert hat.

Zwischenbilanz

100 Tage Denis Schimak

Was hat sich in Wehr bewegt?

100+
Tage im Amt als Bürgermeister von Wehr – mit einer gemischten ersten Bilanz zwischen mehr Offenheit und bislang begrenzten strukturellen Veränderungen.
Kaum Veränderung
Erste Fortschritte
Deutlich bewegt
🏛️

Gemeinderat

Status Kaum Veränderung

Bislang zeigen sich nur wenige öffentlich erkennbare neue Impulse. Eigene Ideen, alternative Ansätze oder klar sichtbare Reformsignale bleiben bisher weitgehend aus.

100-Tage-Fazit: Noch keine klaren Erfolge
🔍

Transparenz & Beteiligung

Status Erste Fortschritte

Der Kommunikationsstil wirkt offener, erste Beteiligungsformate wurden angestoßen und zentrale Themen werden sachlicher und transparenter eingeordnet.

100-Tage-Fazit: Erste Ergebnisse sichtbar
🏢

Stadtverwaltung

Status Kaum Veränderung

Engagement ist vorhanden, doch an wichtigen Beispielen zeigen sich weiterhin bekannte Muster. Größere strukturelle Durchbrüche sind bislang nicht erkennbar.

100-Tage-Fazit: Noch keine großen Durchbrüche
Nach etwas mehr als 100 Tagen zeigt sich ein gemischtes Bild: mehr Offenheit und Beteiligung, aber bislang keine tiefgreifende Veränderung in allen Bereichen.
Positiv auffällig
Kommunikationsstil, Transparenzsignale, erste Beteiligungsansätze
Weiter offen
Aktivere Ratsarbeit, sichtbare Verwaltungsreformen, neue Arbeitslogik
Gesamtbilanz nach 100 Tagen Erste Fortschritte

Ein aktiverer Gemeinderat

Der Gemeinderat wurde von den Einwohnerinnen und Einwohnern gewählt. In der Vergangenheit befasste er sich jedoch vor allem mit vorgefertigten Beschlussvorlagen, über die dann abgestimmt wurde. Mitunter mit mehr, mitunter mit weniger Erfolg – jedoch stets ohne eigene Ideen, die öffentlich nachvollziehbar bewertet oder zur Abstimmung gestellt worden wären.

Zu Jahresbeginn wurden zunächst noch Restbeschlüsse bearbeitet, auf die Schimak nur wenig Einfluss hatte. Spätestens im April 2026 zeigte sich jedoch: Die Haltung des Gemeinderats hat sich bislang nicht grundlegend verändert.

Beispielhaft wird dies an der jüngsten Abstimmung zur Straßenverkehrsbehörde deutlich. Während sich das Abstimmungsergebnis im September 2025 noch in etwa im Bereich des Bürgerwillens bewegte, folgte der Gemeinderat im April 2026 nahezu vollständig der Beschlussvorlage – und damit an den Wünschen vieler Bürgerinnen und Bürger vorbei. Auch wenn die Gründe dafür nachvollziehbar sein mögen: Alternative Möglichkeiten oder Reformansätze wurden bislang nicht öffentlich nachvollziehbar in Erwägung gezogen.

Das 100-Tage-Fazit: In diesem Bereich konnte Schimak bislang noch keine Erfolge für sich verbuchen.

Transparenz gegenüber Bürgerinnen und Bürgern

Etwa 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gaben im Wahlkampf an, dass sie „bereit sind für Schimak“ – also für mehr Mitwirkung und Transparenz.

Der Kommunikationsstil in der Stadt hat sich bereits spürbar verändert und folgt nicht mehr den bisherigen Mustern, die vor allem von Erfolgsmeldungen geprägt waren – auch dann, wenn diese eher zweifelhaft erschienen.

Erste Schritte in Richtung Transparenz und Beteiligung wurden eingeleitet. Beispielhaft dafür stehen eine Umfrage zum Jugendhaus oder auch die ehrliche und sachliche Einschätzung zur Seebodenhalle.

Das 100-Tage-Fazit: Hier konnte Schimak erste Ergebnisse liefern.

Funktionierende Stadtverwaltung

Schimak selbst spricht in seiner „100-Tage-Veröffentlichung“ von einer funktionierenden Stadtverwaltung – mit Verbesserungspotenzial, aber immer nah an den Bürgerinnen und Bürgern. Die Stadtverwaltung ist ein wichtiger Bestandteil im Zusammenspiel zwischen Gemeinderat und Einwohnerschaft – und sie ist an bestehende Prozesse, Denkweisen und Strukturen gewöhnt.

Zweifelsohne arbeiten in der Stadtverwaltung engagierte Menschen, die viele Interessen im Blick behalten und täglich zwischen Anforderungen abwägen müssen. Dennoch müssen alte Muster durchbrochen und die Verwaltung fit für die Zukunft der Stadt gemacht werden. Das lässt sich nicht pauschal auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen. In Forschung und Wissenschaft gilt jedoch als gesichert: Veränderungen können individuell schmerzhaft oder sogar ungewollt sein – selbst dann, wenn sie notwendig sind.

Ein möglicher Messpunkt für die 100-Tage-Bilanz sind daher auch die Beschlussvorlagen für den Gemeinderat. Zum einen die Vorlage zur Straßenverkehrsbehörde, zum anderen jene zu den neuen Softwarelösungen für die Stadtverwaltung. An diesen beiden Beispielen lässt sich ablesen, wie die Stadtverwaltung derzeit arbeitet – und ob sich bereits Veränderungen zeigen.

Bei beiden Beschlussvorlagen fällt auf: Sie liegen stark im Interesse der Stadtverwaltung, während mögliche Nachteile – die es zweifellos gibt – nicht benannt werden. In einem Fall wurden Rückfragen aus dem Gemeinderat zwar nicht gänzlich falsch beantwortet, die Nachteile jedoch rhetorisch so entwertet, dass ein vorteilhaftes Bild entstand – obwohl diese Nachteile erhebliche Auswirkungen haben.

Das 100-Tage-Fazit: In diesem Bereich konnte Schimak bislang noch keine größeren Durchbrüche erzielen.

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