Ein aktiverer Gemeinderat
Der Gemeinderat wurde von den Einwohnerinnen und Einwohnern gewählt. In der Vergangenheit befasste er sich jedoch vor allem mit vorgefertigten Beschlussvorlagen, über die dann abgestimmt wurde. Mitunter mit mehr, mitunter mit weniger Erfolg – jedoch stets ohne eigene Ideen, die öffentlich nachvollziehbar bewertet oder zur Abstimmung gestellt worden wären.
Zu Jahresbeginn wurden zunächst noch Restbeschlüsse bearbeitet, auf die Schimak nur wenig Einfluss hatte. Spätestens im April 2026 zeigte sich jedoch: Die Haltung des Gemeinderats hat sich bislang nicht grundlegend verändert.
Beispielhaft wird dies an der jüngsten Abstimmung zur Straßenverkehrsbehörde deutlich. Während sich das Abstimmungsergebnis im September 2025 noch in etwa im Bereich des Bürgerwillens bewegte, folgte der Gemeinderat im April 2026 nahezu vollständig der Beschlussvorlage – und damit an den Wünschen vieler Bürgerinnen und Bürger vorbei. Auch wenn die Gründe dafür nachvollziehbar sein mögen: Alternative Möglichkeiten oder Reformansätze wurden bislang nicht öffentlich nachvollziehbar in Erwägung gezogen.
Das 100-Tage-Fazit: In diesem Bereich konnte Schimak bislang noch keine Erfolge für sich verbuchen.
Transparenz gegenüber Bürgerinnen und Bürgern
Etwa 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gaben im Wahlkampf an, dass sie „bereit sind für Schimak“ – also für mehr Mitwirkung und Transparenz.
Der Kommunikationsstil in der Stadt hat sich bereits spürbar verändert und folgt nicht mehr den bisherigen Mustern, die vor allem von Erfolgsmeldungen geprägt waren – auch dann, wenn diese eher zweifelhaft erschienen.
Erste Schritte in Richtung Transparenz und Beteiligung wurden eingeleitet. Beispielhaft dafür stehen eine Umfrage zum Jugendhaus oder auch die ehrliche und sachliche Einschätzung zur Seebodenhalle.
Das 100-Tage-Fazit: Hier konnte Schimak erste Ergebnisse liefern.
Funktionierende Stadtverwaltung
Schimak selbst spricht in seiner „100-Tage-Veröffentlichung“ von einer funktionierenden Stadtverwaltung – mit Verbesserungspotenzial, aber immer nah an den Bürgerinnen und Bürgern. Die Stadtverwaltung ist ein wichtiger Bestandteil im Zusammenspiel zwischen Gemeinderat und Einwohnerschaft – und sie ist an bestehende Prozesse, Denkweisen und Strukturen gewöhnt.
Zweifelsohne arbeiten in der Stadtverwaltung engagierte Menschen, die viele Interessen im Blick behalten und täglich zwischen Anforderungen abwägen müssen. Dennoch müssen alte Muster durchbrochen und die Verwaltung fit für die Zukunft der Stadt gemacht werden. Das lässt sich nicht pauschal auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen. In Forschung und Wissenschaft gilt jedoch als gesichert: Veränderungen können individuell schmerzhaft oder sogar ungewollt sein – selbst dann, wenn sie notwendig sind.
Ein möglicher Messpunkt für die 100-Tage-Bilanz sind daher auch die Beschlussvorlagen für den Gemeinderat. Zum einen die Vorlage zur Straßenverkehrsbehörde, zum anderen jene zu den neuen Softwarelösungen für die Stadtverwaltung. An diesen beiden Beispielen lässt sich ablesen, wie die Stadtverwaltung derzeit arbeitet – und ob sich bereits Veränderungen zeigen.
Bei beiden Beschlussvorlagen fällt auf: Sie liegen stark im Interesse der Stadtverwaltung, während mögliche Nachteile – die es zweifellos gibt – nicht benannt werden. In einem Fall wurden Rückfragen aus dem Gemeinderat zwar nicht gänzlich falsch beantwortet, die Nachteile jedoch rhetorisch so entwertet, dass ein vorteilhaftes Bild entstand – obwohl diese Nachteile erhebliche Auswirkungen haben.
Das 100-Tage-Fazit: In diesem Bereich konnte Schimak bislang noch keine größeren Durchbrüche erzielen.