Bürgermeisterwahl: Schimaks Wirtschaftsförderung zu hipp für Wehr?

18.10.2025

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Bürgermeisterkandidat Denis Schimak sieht in der Förderung einer Ansiedelungskultur für neue Unternehmen den Schlüssel zur wirtschaftlichen Zukunft der 13.000-Einwohner-Stadt Wehr.

Doch kann ein Konzept, das in Metropolen wie Berlin oder München geradezu aufgeblüht ist, tatsächlich in einer kleinen Schwarzwaldstadt wirken – oder handelt es sich um ein Schlagwort ohne Substanz?

Vision mit Großstadtglanz

Schimak argumentiert, junge Gründerinnen und Gründer seien die treibende Kraft für Innovation und neue Arbeitsplätze. Seine Idee folgt einem Trend: Bundesweit werben Kommunen mit Förderung um Talente und Investoren – mit gemischtem Erfolg.

Die Realität vor Ort

Doch Wehrs wirtschaftliche Basis besteht bisher kaum aus technologiegetriebenen Gründungen. Die Stadt lebt von mittelständischen Betrieben, Handwerk, Handel und Pendlern in die Industrieregion Rheinfelden–Basel.

Junge Unternehmen brauchen ein Umfeld, das Risikokapital, digitale Infrastruktur, Mentoren und Hochschulanbindung bietet – Faktoren, die in Wehr bislang nur eingeschränkt vorhanden sind.

Auch die jüngere Generation zieht meist in größere Städte, sobald Studium oder Ausbildung beginnen.

Symbolpolitik oder echte Strategie?

Die Frage ist also, ob Schimaks Konzept mehr als ein modernes Schlagwort ist. Wirtschaftsförderung in kleinen Städten muss andere Hebel bedienen: Unterstützung bestehender Betriebe, Stärkung regionaler Lieferketten, Digitalisierung des Mittelstands oder Kooperationen mit Schulen und Berufskollegs. Ohne diese Grundlagen bleibt es eine schöne Idee – aber keine tragfähige Strategie.

Ein ambitioniertes, aber riskantes Konzept

Schimaks Ansatz zeigt Mut und Innovationswillen. Doch seine Tauglichkeit hängt davon ab, ob die Stadt es schafft, Strukturen aufzubauen, die Gründer tatsächlich halten und fördern. Sonst droht Wehrs Wirtschaftsförderung, sich an urbanen Idealen zu orientieren, die in der Realität einer Kleinstadt kaum greifen.

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