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Das Wahlergebnis und die Direktkandidaten im Wahlkreis Waldshut

09.03.2026

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Die meisten Direktkandidaten im Wahlkreis Waldshut haben sich vor der Wahl klar positioniert. Mit dem Wahlergebnis gibt es nun einen deutlichen Auftrag an Simon Herzog, der die meisten Erststimmen für sich gewinnen konnte.

Herzog selbst hatte seinen Wahlkampf stark auf wirtschaftliche Perspektiven ausgerichtet. Ökologische Aspekte spielten dabei eher eine untergeordnete Rolle. Das Wahlergebnis zeigt jedoch zugleich, dass die Positionen der Grünen für viele Menschen eine entscheidende Relevanz haben. Daraus ergibt sich für Herzog die Aufgabe, sich künftig stärker mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Gleichzeitig wird durch die Abwahl von Niklas Nüssle (Grüne) deutlich: Europa wird grundsätzlich unterstützt – allerdings nicht als abstraktes Projekt ohne konkrete Wirkung. Forderungen und politische Programme müssen mit einem erkennbaren Nutzen für die Menschen vor Ort verbunden sein.

Auch die Ergebnisse der FDP liefern ein klares Signal. Nathalie Wagner trat mit liberalen Vorstellungen von Freiheit und Eigenverantwortung an. Mit nicht einmal fünf Prozent der Stimmen fällt das Ergebnis jedoch deutlich aus. Offenbar sehen viele Wählerinnen und Wähler den Sinn gemeinsamer Regeln – auch auf europäischer Ebene –, solange diese sinnvoll ausgestaltet und nachvollziehbar sind.

Noch deutlicher wird das Bild beim Thema soziale Gerechtigkeit. Zwar wurden Joana Stöhrer da Costa (SPD) und Julian Besemann (Linke) deutlich abgeschlagen. Dennoch greifen die politischen Positionen der Grünen auch soziale Aspekte auf, insbesondere bei der strukturellen Stärkung im Zuge wirtschaftlicher und ökologischer Transformationsprozesse.

Simon Herzog steht damit vor der Herausforderung, diese unterschiedlichen Erwartungen in seine politische Arbeit einzubeziehen. Seine bisherigen öffentlichen Äußerungen lassen jedoch keine Zweifel daran, dass er diesen demokratischen Auftrag ernst nimmt.

Komplett gegensätzlich präsentieren sich hingegen die Positionen von Matthias Jehle (AfD). Sein Wahlkampf war stark auf Marketing und Zuspitzung ausgerichtet. Das Ergebnis von rund 21 Prozent lässt unterschiedliche Interpretationen zu – entweder als Hinweis auf Defizite in seinem Marketing oder auf Schwächen in den Inhalten selbst. Ein schlechter Listenplatz wurde zwar im Vorfeld von Jehle selbst vermutet, das Ergebnis unterscheidet sich jedoch nicht maßgeblich von den Misserfolgen Jehle’s bei jüngsten Wahlen.

Die von Teilen der AfD-Stammwählerschaft gewünschten Effekte auf Wirtschaft und Wohlstand lassen sich vermutlich eher durch eine politische Konstellation erreichen, die wirtschaftliche Stärke mit ökologischer Transformation verbindet – etwa im Zusammenspiel von CDU und Grünen. Populismus oder Forderungen fernab unserer Verfassung sollten in unseren Parlamenten ohnehin keinen Platz haben.

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