Einwohnerversammlung für den 04. November vorgesehen

26.09.2026

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Nahwärme, Stadtfinanzen, Breitband und die Zukunft der ehemaligen Papierfabrik: Die Stadt Wehr möchte Anfang November über mehrere Themen informieren, die viele Menschen unmittelbar betreffen. Auch Fragen und Anliegen aus der Bürgerschaft sollen an diesem Abend ausdrücklich Platz bekommen.

Der Gemeinderat soll am Dienstag, 29. September 2026, darüber entscheiden, ob am Mittwoch, 4. November 2026, um 19 Uhr in der Stadthalle Wehr eine Einwohnerversammlung stattfindet. Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, den Termin und die vorgesehene Tagesordnung zu beschließen.

Einwohnerversammlungen sollen dazu dienen, wichtige Angelegenheiten der Stadt mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zu besprechen. Die Gemeindeordnung Baden-Württemberg sieht vor, dass eine solche Versammlung in der Regel einmal im Jahr und darüber hinaus bei Bedarf stattfinden soll. Über Zeitpunkt, Ort und Tagesordnung entscheidet der Gemeinderat.

Für den 4. November sind mehrere Themen vorgesehen: der Ausbau des Nahwärmenetzes in der Hauptstraße, die aktuelle Finanzsituation der Stadt, der Breitbandanschluss in Wehr und die weitere Entwicklung des ehemaligen Papierfabrik-Areals. Zum Abschluss soll es unter „Verschiedenes“ die Möglichkeit geben, Fragen und Anliegen aus der Bürgerschaft einzubringen. Bürgermeister Denis Schimak soll die Versammlung eröffnen.

Nahwärme: Größere Bauarbeiten in der Hauptstraße geplant

Beim Thema Nahwärme geht es inzwischen um ein sehr konkretes Vorhaben. Die Stadtwerke Wehr planen gemeinsam mit der naturenergie hochrhein AG, das bestehende Nahwärmenetz in der Hauptstraße weiter auszubauen. Nach der aktuellen Planung soll das Projekt in insgesamt drei Bauabschnitten umgesetzt werden.

Der Gemeinderat soll bereits am 29. September grundsätzlich über den Ausbau entscheiden. Gleichzeitig geht es um die konkrete Planung und die Verkehrsführung für den ersten Bauabschnitt.

Für die Menschen in der Innenstadt dürfte vor allem die Verkehrsführung interessant sein. Nach der bisherigen Planung lassen sich größere Einschränkungen nicht vermeiden. Ein Teil der Hauptstraße soll zeitweise vollständig gesperrt werden.

Bei der Einwohnerversammlung am 4. November soll über den dann aktuellen Stand informiert werden.

Finanzlage: Das Defizit ist deutlich größer geworden

Ein weiterer Schwerpunkt wird die allgemeine Finanzsituation der Stadt sein. Bereits der Finanzzwischenbericht 2026 machte deutlich, dass sich die Haushaltslage gegenüber der ursprünglichen Planung verschlechtert hat.

Schon der beschlossene Haushalt sah ein Minus von gut drei Millionen Euro vor. Hinzu kamen nach dem Zwischenbericht voraussichtlich rund 2,5 Millionen Euro weniger Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Einsparungen bei Personal und Sachausgaben sowie eine niedrigere Gewerbesteuerumlage können einen Teil davon ausgleichen.

Die Folgen zeigen sich auch bei geplanten Investitionen. Mehrere Projekte wurden zurückgestellt oder verschoben. Gleichzeitig kommen an anderer Stelle neue Kosten hinzu.

Die Einwohnerversammlung bietet damit die Möglichkeit, die vielen Haushaltszahlen verständlicher einzuordnen: Wie entwickelt sich die Lage seit dem Finanzzwischenbericht? Wo muss gespart werden? Und welche Investitionen können trotzdem weitergeführt werden?

Breitband: Netz fertig, Anschlussquote bislang niedrig

Auch der Breitbandanschluss steht auf der Tagesordnung.

Das städtische Netz ist technisch fertiggestellt. Ende Juni 2026 waren allerdings erst 332 Anschlüsse aktiv. Das entsprach einer Anschlussquote von rund elf Prozent.

Damit lagen auch die erwarteten Pachteinnahmen unter dem Plan. Gleichzeitig belastet ein noch nicht ausgezahlter Fördermittel-Sicherheitseinbehalt von rund 1,27 Millionen Euro die Liquidität des Eigenbetriebs. Die Stadt erhöhte deshalb das Stammkapital nochmals um 250.000 Euro.

Für Einwohnerinnen und Einwohner dürfte bei der Einwohnerversammlung deshalb nicht nur interessant sein, wo ein Anschluss möglich ist. Ebenso dürfte es darum gehen, wie sich die Zahl der Nutzer inzwischen entwickelt hat und wie das kommunale Netz langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann.

Papierfabrik: Wie geht es mit dem neuen Quartier weiter?

Beim vierten großen Thema geht es um die sogenannte „Konversion Papierfabrik“.

Auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Lenz soll ein neues Stadtquartier entstehen. Bereits bei der Einwohnerversammlung am 16. Oktober 2025 wurden erste Planungen öffentlich vorgestellt.

Vorgesehen waren damals die Umnutzung bestehender Gebäude sowie zusätzliche Neubauten. Insgesamt sollten rund 137 Wohneinheiten entstehen. Dazu kamen Planungen für Gastronomie, Einzelhandel und Gewerbeflächen sowie begrünte Aufenthaltsbereiche.

Auch die Wehra soll stärker in das neue Quartier eingebunden werden. Vorgesehen waren öffentlich zugängliche Bereiche am Fluss, Sitzgelegenheiten und kleinere Stege.

Gleichzeitig waren bei der Vorstellung 2025 noch zahlreiche Fragen offen. Dazu gehören beispielsweise die künftige Verkehrsführung, die genaue Ausgestaltung des Wohnungsangebots und die langfristige Nutzung öffentlich zugänglicher Flächen.

Dass bei der kommenden Einwohnerversammlung ausdrücklich die „aktuellen Planungen“ vorgestellt werden sollen, macht den Punkt besonders interessant. Rund ein Jahr nach der ersten größeren Präsentation könnte sichtbar werden, was inzwischen konkretisiert wurde, welche Planungen sich verändert haben und welche nächsten Schritte vorgesehen sind.

Bürger können eigene Fragen einbringen

Die Stadtverwaltung begründet die Auswahl der Themen damit, dass sie derzeit von besonderem Interesse für die Einwohnerinnen und Einwohner seien.

Die Veranstaltung soll deshalb nicht nur eine Informationsveranstaltung sein. Sie soll auch dazu dienen, Anliegen, Wünsche und konkrete Einzelfragen aus der Bevölkerung aufzunehmen und zu beantworten.

Damit kommen an einem Abend mehrere größere Themen zusammen, die Wehr in den nächsten Jahren beschäftigen dürften: die geplanten Bauarbeiten in der Innenstadt, die angespannte Haushaltslage, die weitere Nutzung des kommunalen Glasfasernetzes und die Entwicklung des Papierfabrik-Areals.

Ob die Einwohnerversammlung wie geplant am 4. November 2026 um 19 Uhr in der Stadthalle Wehr stattfindet, muss zunächst der Gemeinderat am 29. September beschließen.

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