Bürgermeister Denis Schimak hatte es bereits angekündigt: Die Belebung der Innenstadt ist für viele Menschen in Wehr ein zentrales Thema. Nun sollen erste Experimente zeigen, ob und wie konkrete Angebote zur Verbesserung der Situation beitragen können.
Geplant sind zunächst zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine ansprechendere Bepflanzung. Die Kosten dafür könnten nach aktuellem Stand durch Fördermittel abgedeckt werden. Damit setzt die Stadt ein erstes sichtbares Zeichen, dass die Entwicklung der Innenstadt nicht nur diskutiert, sondern auch praktisch erprobt werden soll.
Erste Schritte statt großer Wurf
Doch schon jetzt ist klar: Die Attraktivität einer Innenstadt hängt selten an einzelnen Maßnahmen. Ein Blick in andere Städte zeigt, dass es meist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Verkehrssituation, Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit, Einzelhandel, Gastronomie und nicht zuletzt auch saisonale oder wetterbedingte Einflüsse spielen dabei eine Rolle.
Gerade deshalb kann das geplante Experiment nur ein Anfang sein. Sitzgelegenheiten und Begrünung mögen das Stadtbild aufwerten und die Aufenthaltsqualität verbessern. Ob dies jedoch ausreicht, um dauerhaft mehr Menschen in die Innenstadt zu bringen, bleibt offen.
Umfrage zeigt Wunsch nach mehr als Symbolpolitik
In einer nicht repräsentativen Umfrage haben wir nachgefragt, wie die Bürgerinnen und Bürger das Vorhaben einschätzen. Rund 830 Personen nahmen daran teil. Das Ergebnis ist deutlich: 71 Prozent der Teilnehmenden gaben an, unsicher zu sein und weitere Maßnahmen für notwendig zu halten.
27 Prozent vertreten die Ansicht, dass das Experiment durchaus neue Impulse setzen kann. Nur 2 Prozent sind überzeugt, dass die Maßnahme überhaupt nichts bringen wird.
Damit zeigt sich ein differenziertes, aber klares Stimmungsbild: Die Menschen lehnen den Versuch nicht grundsätzlich ab. Sie erwarten jedoch mehr als einen einzelnen Testlauf und wünschen sich ein umfassenderes Konzept für die Innenstadt.