Forstbetriebsplan 2026 zeigt Defizit, Investitionen und Risiko-Faktoren

15.11.2025

Deine Meinung ist wichtig. Bewerte diesen Beitrag am Ende der Seite.

Die Stadt Wehr legt dem Gemeinderat den Forstbetriebsplan für das Jahr 2026 vor – und dieser zeigt ein klares Bild: Der Stadtwald bleibt trotz stabiler Holzpreise ein Zuschussbetrieb.

Für das kommende Forstwirtschaftsjahr wird ein Defizit von rund 69.168 Euro erwartet.

4.481 Festmeter Holz – aber geringer finanzieller Spielraum

Für das Jahr 2026 sind im Stadtwald ein geplanter Holzeinschlag von insgesamt 4.481 Festmetern vorgesehen. Darin enthalten sind rund 440 Festmeter zufällige Nutzung, also Schäden durch Windwurf oder den weit verbreiteten Borkenkäfer – ein Faktor, der stark von der Witterung abhängig ist und schwer kalkulierbar bleibt.

Der Fokus des kommenden Jahres liegt weiterhin auf:

  • Durchforstung junger Laubholzbestände, um hochwertiges Stammholz zu entwickeln

  • Räumung schadender Altbestände, insbesondere hitzegeschädigter Bäume

  • Pflege von Nadelholzflächen, inklusive Auflichtung hiebsreifer Bereiche

  • Langfristiger Stabilisierung der Bestände und Förderung der Verjüngung

Diese Maßnahmen sind fachlich notwendig, erzeugen aber hohe Aufarbeitungskosten – gerade in jüngeren Beständen, deren Holzmengen noch vergleichsweise geringe Erlöse bringen.

Stabile Holzpreise – aber kein Garant für schwarze Zahlen

Zwar waren die Holzpreise 2025 stabil und die Nachfrage positiv. Nach Einschätzung der Verwaltung wird diese Lage voraussichtlich auch 2026 anhalten. Dennoch bleiben äußere Einflüsse ein Risiko – von Sturmereignissen über Nässeperioden bis hin zu erneutem Käferdruck.

Der Bewirtschaftungsplan zeigt die Finanzstruktur deutlich: Einnahmen von 515.454 € stehen Ausgaben von 584.622 € gegenüber. Daraus ergibt sich das Defizit von 69.168 €.

Der Verlust wird – wie üblich – durch den städtischen Haushalt aufgefangen.

Bund fördert klimaangepasste Bewirtschaftung

Positiv wirkte 2025 und voraussichtlich auch 2026 das Bundesprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“. Wehr kann dadurch mit rund 65.000 Euro an Fördermitteln rechnen.

Diese Gelder unterstützen Maßnahmen wie:

  • Mischung verschiedener Baumarten

  • naturnahe Pflege

  • Klimastabilisierung der Bestände

  • Verzicht auf flächiges Roden

Trotz der Förderung bleiben die unabdingbaren Forstpflegearbeiten kostenintensiv.

Neue Investition: Fahrzeug für Forstwirte

Ein größeres Einzelprojekt ist bereits beschlossen: Die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Forstwirte kostet 45.000 Euro. Bestellt wurde es schon 2025, geliefert werden soll es im April 2026. Die eingeplanten Mittel werden in das neue Haushaltsjahr übertragen.

Pflege vor Profit

Der Forstbetriebsplan 2026 macht deutlich: Der Stadtwald Wehr bleibt kein wirtschaftliches Gewinnprojekt – und soll es offenbar auch nicht sein. Vielmehr steht die nachhaltige, klimaangepasste Bewirtschaftung im Vordergrund.

Durchforstungen, Schutzmaßnahmen, Nachwuchsförderung und der Umgang mit Schadereignissen bestimmen auch 2026 das Budget. Trotz stabiler Holzpreise führen die hohen Pflegekosten und notwendige Investitionen erneut zu einem Minus. Dieses wird – wie in vielen Kommunen – über die allgemeine Haushaltsdeckung getragen.

Bewerte den Beitrag