Wie wir bereits vor einigen Wochen analysiert haben: Jugendarbeit ist kein Randthema, sondern ein klarer Arbeitsauftrag an den Gemeinderat. Aktuell zeigt sich erneut, wie wichtig dieses Thema für die Zukunft der Stadt ist.
Im Gemeinderat gibt es am 10. März Anlass zur Diskussion. Das Jugendhaus im Ortsteil Öflingen stammt aus dem Jahr 1889 und weist inzwischen einen erheblichen Sanierungsstau auf. Eine umfassende Ertüchtigung wäre zwar möglich, würde nach aktuellen Schätzungen jedoch rund zwei Millionen Euro kosten.
Doch die Frage geht längst über den baulichen Zustand hinaus. Es geht darum, wie Jugendarbeit in Wehr künftig organisiert und räumlich aufgestellt sein soll.
Ein Ort für Begegnung
Offene Jugendarbeit lebt von persönlichen Begegnungen. Sie schafft Räume, in denen Jugendliche sich treffen, austauschen und Unterstützung erhalten können. Gerade in einer Zeit, in der sich ein großer Teil der Freizeit in digitale Räume verlagert, sind solche realen Treffpunkte wichtiger denn je.
Ein Jugendhaus bietet jungen Menschen einen Ort, an dem Gemeinschaft entsteht – sei es beim Spielen, beim gemeinsamen Kochen oder einfach beim Gespräch mit anderen Jugendlichen oder den pädagogischen Fachkräften. Damit solche Angebote angenommen werden, spielt jedoch auch die Erreichbarkeit eine entscheidende Rolle.
Die Standortfrage
Viele Jugendliche wünschen sich seit Jahren einen zentraleren Standort. Ein Treffpunkt, der schwer erreichbar ist, wird seltener spontan genutzt – gerade zwischen Schule, Vereinsleben und anderen Verpflichtungen. Für eine lebendige Jugendarbeit ist es jedoch wichtig, dass junge Menschen unkompliziert vorbeikommen können.
Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, verschiedene Entwicklungsoptionen zu prüfen. Neben einer möglichen Sanierung des bestehenden Gebäudes sollen auch alternative Standorte oder neue räumliche Konzepte betrachtet werden. Ziel ist es, eine langfristig tragfähige und bedarfsgerechte Lösung für die Jugendarbeit in Wehr zu entwickeln.
Jugendliche mit einbeziehen
Ein wichtiger Bestandteil des Prozesses ist die Beteiligung der Jugendlichen selbst. Geplant sind Workshops, Umfragen und Beteiligungsformate, in denen junge Menschen ihre Ideen und Wünsche einbringen können. Auch das Jugendforum der Stadt soll eng in die Diskussion eingebunden werden.
Dieser Ansatz stärkt nicht nur die Akzeptanz möglicher Lösungen, sondern vermittelt Jugendlichen auch, dass ihre Stimme in kommunalen Entscheidungsprozessen zählt.
Entscheidung in den kommenden Monaten
Der Gemeinderat wird sich in den nächsten Monaten intensiv mit der Zukunft der Jugendarbeit befassen müssen. Ziel ist es, bis zum Herbst 2026 verschiedene Varianten zu erarbeiten und zu bewerten, um anschließend eine fundierte politische Entscheidung treffen zu können.
Die Debatte zeigt: Jugendarbeit ist eine Investition in die Zukunft der Stadt. Die Frage ist nicht nur, wo ein Jugendhaus steht – sondern welchen Platz junge Menschen insgesamt in Wehr haben sollen.
