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Landtagswahl Direktkandidaten: Joana Stöhrer da Costa von der SPD

25.01.2026

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Am 8. März wählen die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg einen neuen Landtag.
Im Landkreis Waldshut treten dabei sieben Direktkandidatinnen und Direktkandidaten an. In unserer Serie „Landtagswahl-Direktkandidaten“ werfen wir einen genaueren Blick auf die Kandidierenden: Wer sind sie, wofür stehen sie – und wie ordnen sich ihre politischen Positionen ein?

Joana Stöhrer da Costa (SPD)

Joana Stöhrer da Costa tritt für die SPD als Direktkandidatin im Wahlkreis Waldshut an. Die 22-Jährige ist Stadträtin in Müllheim und Mitglied im Landesschulbeirat von Baden-Württemberg, wo sie dem Ausschuss für mentale Gesundheit an Schulen vorsitzt. Sie studiert Religionspädagogik und Gemeindediakonie an der Evangelischen Hochschule Freiburg und arbeitet neben dem Studium im Einzelhandel.

Wer ist sie, wofür steht sie?

Inhaltlich positioniert sich Joana Stöhrer da Costa klar sozialdemokratisch. Im Mittelpunkt ihres politischen Engagements stehen soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und eine verlässliche öffentliche Daseinsvorsorge. Politik versteht sie nach eigenen Angaben als Verantwortung gegenüber den Menschen im Alltag – insbesondere im ländlichen Raum.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf Bildungs- und Jugendpolitik. Stöhrer da Costa setzt sich für Bildungsgerechtigkeit unabhängig von sozialer Herkunft ein. Sie verweist dabei auf ihre Arbeit im Landesschulbeirat und auf den wachsenden Druck auf Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Familien. Mehr Personal, gerechtere Strukturen und gezielte Förderung – insbesondere für Kinder aus benachteiligten Lebenslagen – gehören zu ihren zentralen Forderungen.

Auch die Gesundheitsversorgung ist eines ihrer Kernthemen. Sie fordert eine bessere medizinische Versorgung im ländlichen Raum und spricht sich unter anderem für Programme wie das Landarzt-Stipendium aus, das Medizinerinnen und Mediziner an den ländlichen Raum binden soll. Ziel sei es, den Ärztemangel langfristig zu bekämpfen und wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.

In der Infrastruktur- und Verkehrspolitik vertritt Stöhrer da Costa einen kombinierten Ansatz. Sie befürwortet den Ausbau der A98, betont zugleich aber die Notwendigkeit eines leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehrs. Digitalisierung sieht sie als Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse und verweist auf die Bedeutung schneller Internetverbindungen für Bildung, Wirtschaft und gesellschaftliche Teilhabe.

Klimapolitisch setzt sie auf eine ökologische Transformation, die sozial gerecht gestaltet wird. Klimaschutz dürfe nicht zu neuen sozialen Spaltungen führen, sondern müsse mit Arbeitsplatzsicherung, regionaler Wertschöpfung und sozialem Ausgleich verbunden werden – insbesondere in ländlich und mittelständisch geprägten Regionen.

Ihre Arbeit im Stadtrat von Müllheim

Joana Stöhrer da Costa ist Mitglied des Stadtrats von Müllheim. Ihre kommunalpolitische Arbeit ist bislang weniger durch öffentlichkeitswirksame Einzelinitiativen als durch kontinuierliche Gremienarbeit geprägt. In ihren öffentlichen Aussagen beschreibt sie den Stadtrat vor allem als Ort praktischer Problemlösung und politischer Verantwortung im Alltag.

Thematisch setzt sie in der kommunalen Arbeit Schwerpunkte in den Bereichen Bildung, soziale Infrastruktur und öffentliche Daseinsvorsorge. Dabei betont sie die Bedeutung funktionierender Verwaltungsabläufe und klarer Zuständigkeiten. Politische Prozesse versteht sie nicht als Selbstzweck, sondern als Instrument zur Umsetzung konkreter Verbesserungen für die Stadt.

Auffällig ist, dass Stöhrer da Costa ihre Rolle im Stadtrat stark über Zuhören, Vermitteln und Einordnen definiert. Sie hebt hervor, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten. Ihr Auftreten ist dabei weniger konfrontativ als sachorientiert und auf Verständigung innerhalb der kommunalen Strukturen ausgerichtet.

Ihre Arbeit im Stadtrat steht zudem in engem Zusammenhang mit ihren landespolitischen Schwerpunkten. Themen wie mentale Gesundheit an Schulen, Bildungsbedingungen und soziale Teilhabe greift sie sowohl kommunal als auch auf Landesebene auf. Die Arbeit im Landesschulbeirat fließt dabei nach eigenen Angaben in ihre kommunalpolitische Perspektive ein.

Ihr Wahlkampf

Der Wahlkampf von Joana Stöhrer da Costa ist stark dialogorientiert und strukturiert angelegt. Er folgt einem klassischen sozialdemokratischen Ansatz, der weniger auf Zuspitzung als auf Vermittlung und Umsetzbarkeit setzt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie konkrete Probleme im Landkreis Waldshut politisch gelöst werden können.

Stöhrer da Costa setzt auf Gespräche vor Ort, Diskussionsrunden und persönliche Begegnungen. Zuhören, Einordnen und Weitertragen der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger versteht sie als Grundlage ihrer politischen Arbeit. Der Wahlkampf richtet sich damit weniger auf Mobilisierung über Protest, sondern auf Beteiligung und Vertrauen.

Inhaltlich orientiert sich die Kampagne an konkreten regionalen Herausforderungen: unzureichender öffentlicher Nahverkehr, Ärztemangel, Bildungsinfrastruktur, Bürokratie und der Ausbau erneuerbarer Energien. Diese Themen werden nicht abstrakt verhandelt, sondern in einen landespolitischen Handlungsrahmen eingeordnet, der Investitionen, Förderprogramme und verbindliche Standards in den Mittelpunkt stellt.

Ein prägendes Element ihres Wahlkampfs ist die Verbindung von jungem Alter und institutioneller Erfahrung. Trotz ihres Alters tritt Stöhrer da Costa nicht als politische Quereinsteigerin auf, sondern verweist gezielt auf ihre kommunalpolitische Arbeit und ihre Tätigkeit im Landesschulbeirat. Der Wahlkampf ist dadurch weniger von großen Versprechen als von dem Anspruch geprägt, politische Prozesse nachvollziehbar und realistisch darzustellen.

Insgesamt präsentiert sich der Wahlkampf von Joana Stöhrer da Costa als lösungsorientiert, vermittelnd und auf Stabilität ausgerichtet. Er unterscheidet sich sowohl von konfrontativen Kampagnen als auch von stark bewegungsorientierten Ansätzen.

Ob es ihr gelingt, mit diesem Politikstil insbesondere junge Wählerinnen und Wähler sowie den ländlichen Raum nachhaltig zu mobilisieren, wird sich am Wahltag zeigen.

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