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Landtagswahl Direktkandidaten: Julian Besemann von Die Linke

20.01.2026

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Am 8. März wählen die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg einen neuen Landtag.
Im Landkreis Waldshut treten dabei sieben Direktkandidaten an. In unserer Serie „Landtagswahl-Direktkandidaten“ werfen wir einen genaueren Blick auf die Kandidaten: Wer sind sie, wofür stehen sie – und wie ordnen sich ihre politischen Positionen ein?

Julian Besemann von „Die Linke“

Julian Besemann tritt für die Partei Die Linke als Direktkandidat im Wahlkreis Waldshut an. Der Wehrer ist Sprecher des Kreisvorstands seiner Partei. Beruflich ist Besemann gelernter Forstwirt und arbeitet zudem in einem Pflegeberuf.

Wer ist er, wofür steht er?

Inhaltlich positioniert sich Besemann klar sozialpolitisch. Er spricht sich für eine stärkere Rolle von Bürgerräten und eine Ausweitung direkter demokratischer Beteiligung aus. Demokratie solle aus seiner Sicht nicht allein auf parlamentarische Entscheidungen beschränkt bleiben, sondern stärker durch Mitbestimmung ergänzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner politischen Arbeit liegt auf sozialer Absicherung. Besemann befürwortet die Einführung einer Bürgerversicherung und lehnt eine verpflichtende Arbeit im Zusammenhang mit dem Bürgergeld ab. Soziale Leistungen versteht er als Absicherung und nicht als Druckinstrument. Auch in der Pflegepolitik und bei der Anerkennung sozialer Berufe fordert er strukturelle Verbesserungen.

In der Wirtschafts- und Finanzpolitik setzt sich Besemann für klare staatliche Rahmenbedingungen ein. Parteispenden von Unternehmen und Verbänden sollen seiner Ansicht nach verboten werden, um politischen Einfluss wirtschaftlicher Interessen zu begrenzen. Die Schuldenbremse möchte er in ihrer jetzigen Form beibehalten, spricht sich jedoch gleichzeitig für gezielte Investitionen in soziale Infrastruktur aus.

In der Migrationspolitik vertritt Besemann eine integrationsorientierte Linie. Er lehnt eine Einschränkung des Asylrechts ab und betont die Bedeutung humanitärer Standards sowie fairer Asylverfahren. Ebenso positioniert er sich gegen pauschale Verschärfungen in der Innen- und Sicherheitspolitik.

Verkehrs- und klimapolitisch setzt Besemann auf Regulierung und öffentliche Verantwortung. Dazu zählen unter anderem ein generelles Tempolimit auf Autobahnen sowie ein stärker staatlich gesteuerter Ausbau nachhaltiger Infrastruktur. Auch im Gesundheits- und Versicherungswesen spricht er sich für solidarische Modelle aus.

Insgesamt steht Julian Besemann für einen klassisch linken Politikansatz, der soziale Gerechtigkeit, staatliche Verantwortung und demokratische Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Seine politischen Positionen sind klar ideologisch verortet und folgen einer konsequent sozialpolitischen Linie.

Sein Wahlkampf

Der Wahlkampf von Julian Besemann ist deutlich auf inhaltliche Auseinandersetzung und persönliche Ansprache ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen soziale Sicherheit, Klimagerechtigkeit und eine aus seiner Sicht notwendige Stärkung öffentlicher Daseinsvorsorge – insbesondere im ländlich geprägten Landkreis Waldshut. Besemann betont wiederholt, dass gerade außerhalb der Ballungsräume Defizite in der Gesundheitsversorgung, im öffentlichen Nahverkehr und beim bezahlbaren Wohnraum besonders spürbar seien.

Im Unterschied zu stark polarisierenden Kampagnen anderer Parteien setzt Besemann auf einen dialogorientierten Ansatz. Haus- und Hofgespräche, öffentliche Diskussionen sowie Gespräche vor Ort sollen zentrale Elemente seines Wahlkampfs sein. Ziel ist es nach eigenen Angaben, politische Inhalte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln und deren Anliegen in das Wahlprogramm einfließen zu lassen. Der Wahlkampf versteht sich damit weniger als reine Vermittlung fertiger Positionen, sondern als Beteiligungsprozess.

Inhaltlich bleibt der Wahlkampf klar programmatisch verankert. Besemann positioniert sich eindeutig gegen rechte und rechtsextreme Strömungen und betont die Verbindung von sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung. Diese Haltung zieht sich durch seine öffentlichen Aussagen ebenso wie durch seine Social-Media-Beiträge, in denen er regelmäßig gesellschaftliche, historische und aktuelle politische Themen aufgreift. Politische Veränderungen versteht er dabei vor allem als Ergebnis langfristiger gesellschaftlicher Entwicklungen.

Auffällig ist zudem, dass Besemann im Wahlkampf stark auf Glaubwürdigkeit durch persönliche Biografie setzt. Seine berufliche Tätigkeit in der Pflege sowie seine Ausbildung im forstwirtschaftlichen Bereich werden bewusst als Bezugspunkte genutzt, um soziale und ökologische Forderungen praktisch zu untermauern. Der Wahlkampf verzichtet weitgehend auf provokative Zuspitzung und setzt stattdessen auf argumentative Klarheit und die wiederholte Betonung zentraler Kernthemen.

Insgesamt präsentiert sich der Wahlkampf von Julian Besemann als klassischer, inhaltlich geprägter Kampagnenstil der politischen Linken. Er zielt weniger auf kurzfristige Aufmerksamkeit als auf eine langfristige politische Positionierung im Wahlkreis. Ob dieser Ansatz in einem zunehmend polarisierten politischen Umfeld ausreichend Mobilisierungskraft entfalten kann, wird sich am Wahltag zeigen.

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