Am 8. März wählen die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg einen neuen Landtag.
Im Landkreis Waldshut treten dabei sieben Direktkandidaten an. In unserer Serie „Landtagswahl Direktkandidaten“ werfen wir einen genaueren Blick auf die Kandidaten: Wer sind sie, wofür stehen sie – und wie ordnen sich ihre politischen Positionen ein?
Simon Herzog von der CDU
Simon Herzog tritt für die CDU als Direktkandidat im Wahlkreis Waldshut an. Er ist vor allem durch Vor-Ort-Termine bekannt. Dabei setzt er stark auf klassische CDU-Themen und eine klare politische Sprache.
Wer ist er, wofür steht er?
In seinen öffentlichen Beiträgen zeichnet Simon Herzog ein deutliches politisches Profil. Zentrale Themen sind Wirtschaft, Arbeit, Integration sowie innere und äußere Sicherheit. Integration versteht Herzog dabei vor allem als Verpflichtung: Sprache lernen, arbeiten, sich einbringen. Projekte etwa bei Volkshochschulen oder der Caritas stellt er als Beispiele gelungener Integration dar – mit dem klaren Fokus auf Arbeitsmarktintegration.
Dieser Ansatz berücksichtigt soziale und strukturelle Hürden nur am Rande. Fragen nach ausreichender Finanzierung, Wohnraum oder individueller Förderung treten gegenüber dem Prinzip von Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft in den Hintergrund.
Wirtschaftspolitisch positioniert sich Herzog klar unternehmensnah. Er fordert weniger Bürokratie, verlässliche politische Rahmenbedingungen und stärkere Anreize für Investitionen. Besonders häufig betont er die Interessen von Mittelstand, Handwerk und Bauwirtschaft. Themen wie Energieeffizienz oder Wärmedämmung werden dabei vor allem unter dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher Umsetzbarkeit behandelt. Umwelt- oder Klimaschutzaspekte spielen in seiner öffentlichen Kommunikation eine untergeordnete Rolle.
In der Sozialpolitik spricht sich Herzog deutlich für das Prinzip „Fördern und Fordern“ aus. In Beiträgen zur Reform der Grundsicherung betont er Sanktionen, Vermittlungsvorrang und Kontrolle. Ziel sei es, Fehlanreize zu beseitigen und den Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Sozialleistungen zu vergrößern. Hierbei liegt eine stärkere Betonung von Druck und Kontrolle gegenüber sozialer Absicherung.
Außen- und sicherheitspolitisch bezieht Herzog klar Position. Er stellt sich hinter die Ukraine-Unterstützung, betont die Rolle der NATO und warnt vor autoritären Ideologien. In der Migrationspolitik fordert er eine strengere Gangart und verweist auf eine notwendige „Asylwende“. Seine Argumentation folgt dabei konsequent einer ordnungspolitischen Linie.
Insgesamt steht Simon Herzog für eine Politik, die auf Leistungsprinzip, Ordnung und wirtschaftliche Stärke setzt. Seine Positionen sind klar, lassen jedoch wenig Raum für alternative sozial- oder klimapolitische Akzente.
Sein Wahlkampf
Im Wahlkampf setzt Simon Herzog stark auf Sichtbarkeit und persönliche Präsenz. Betriebsbesuche, Termine bei sozialen Trägern und kommunale Gespräche prägen seinen Auftritt. Dabei vermittelt er das Bild eines Kandidaten, der nah bei den Menschen ist und praktische Probleme aufnehmen will.
Thematisch wiederholt Herzog im Wahlkampf seine bekannten Schwerpunkte: Wirtschaft stärken, Bürokratie abbauen, Arbeit fördern und Migration stärker steuern. Soziale Angebote sollen dauerhaft finanziert werden, allerdings verbunden mit klaren Erwartungen an Eigenleistung und Effizienz. Mobilität – insbesondere ein funktionierender ÖPNV – bezeichnet er als Voraussetzung für Arbeit und Teilhabe, konkrete Ausbaupläne bleiben jedoch meist allgemein.
Auch bundespolitische Themen nutzt Herzog im Wahlkampf zur Abgrenzung. Er kritisiert die Ampel-Regierung scharf und stellt die CDU als ordnungspolitische Alternative dar. Der Ton ist dabei deutlich, mitunter konfrontativ.
Insgesamt präsentiert sich Simon Herzog im Wahlkampf als klassischer CDU-Kandidat mit klarer Haltung. Seine Botschaften sind verständlich und konsequent, stoßen aber dort auf Kritik, wo soziale Ausgleichsfragen, ökologische Aspekte oder konkrete Umsetzungsdetails offenbleiben.
