Nahwärme in der Hauptstraße: Gemeinderat entscheidet über Ausbau

25.09.2026

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In der Wehrer Hauptstraße könnte im kommenden Jahr eine größere Baustelle beginnen. Am Dienstag, 29. September 2026, soll der Gemeinderat darüber entscheiden, ob das Nahwärmenetz in der Hauptstraße weiter ausgebaut wird. Zur Abstimmung steht außerdem das Verkehrskonzept für den ersten Bauabschnitt.

Die Verwaltung schlägt vor, dem Ausbau des Nahwärmenetzes in insgesamt drei Bauabschnitten zuzustimmen. Gleichzeitig soll der Gemeinderat die konkrete Planung und die Verkehrsführung für den ersten Abschnitt billigen. Die Entscheidung ist noch offen: Der Gemeinderat kann dem Vorschlag zustimmen oder ihn ablehnen.

Was ist überhaupt geplant?

Die Stadtwerke Wehr planen gemeinsam mit der naturenergie hochrhein AG, das bestehende Nahwärmenetz in der Hauptstraße auszubauen. Ziel ist es, weitere Gebäude an das Wärmenetz anschließen zu können und die Wärmeversorgung der Stadt langfristig weiterzuentwickeln.

Bevor die Bauarbeiten beginnen können, wurden nach Angaben der Stadt bereits umfangreiche Vorarbeiten durchgeführt. Dazu gehören Vermessungen, Untersuchungen des Baugrunds, die Prüfung auf mögliche Kampfmittel, die Festlegung des Leitungsverlaufs sowie die Planung des Bauablaufs und der Verkehrsführung.

Auch Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende wurden bereits einbezogen. Unter anderem gab es eine Informationsveranstaltung für Handel und Gewerbe, einen Bürgerdialog beim Frühlingsmarkt und mehrere Begehungen der geplanten Strecke. Die dabei vorgebrachten Hinweise sollen in die Planung eingeflossen sein.

Zusätzlich sollen bei den Bauarbeiten Leerrohre für eine mögliche spätere Strominfrastruktur mitverlegt werden. Damit soll verhindert werden, dass die Straße zu einem späteren Zeitpunkt für weitere Leitungsarbeiten erneut geöffnet werden muss.

Vollsperrung zeitweise notwendig

Für die Bevölkerung dürfte vor allem entscheidend sein, was die Bauarbeiten für den Verkehr in der Innenstadt bedeuten.

Die Verwaltung macht in der Sitzungsvorlage deutlich, dass sich größere Behinderungen nicht vermeiden lassen. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll ein Abschnitt der Hauptstraße für einen begrenzten Zeitraum sogar vollständig gesperrt werden.

Als Gründe nennt die Verwaltung die Lage der Leitungen im Straßenraum sowie Anforderungen an Arbeitssicherheit und Baustellensicherung. Eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternative sieht die Stadt nach der bisherigen Planung nicht.

Während der Bauzeit muss deshalb mit Umleitungen, längeren Fahrzeiten und zusätzlichem Verkehr auf anderen Straßen gerechnet werden. Auch der öffentliche Nahverkehr müsste teilweise angepasst werden. Für Kunden, Besucher und Lieferanten kann es ebenfalls Einschränkungen geben.

Geschäfte sollen erreichbar bleiben

Besonders wichtig ist die Situation für die Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe entlang der Hauptstraße. Die Stadt bezeichnet die Hauptstraße selbst als wirtschaftliches Zentrum Wehrs.

Deshalb soll nicht die gesamte Straße gleichzeitig aufgerissen werden. Vorgesehen ist eine abschnittsweise Bauweise mit möglichst kurzen Baustellenbereichen.

Geschäfte sollen während der Arbeiten grundsätzlich zu Fuß erreichbar bleiben. Nach Möglichkeit sollen Betriebe und Grundstücke zudem von mindestens einer Seite erreichbar sein. Lieferverkehre sollen mit den betroffenen Unternehmen abgestimmt werden.

Ganz ohne Probleme wird es allerdings auch nach Einschätzung der Verwaltung nicht gehen. Zeitweise Einschränkungen für Kunden und Lieferanten könnten trotz der vorgesehenen Maßnahmen nicht vollständig verhindert werden.

Stadtwerke sollen regelmäßig informieren

Um die Belastungen möglichst gering zu halten, wollen Stadt und Stadtwerke regelmäßig über Bauzeiten, Baufortschritt und bevorstehende Verkehrseinschränkungen informieren.

Geplant sind außerdem feste Ansprechpartner bei den Stadtwerken. Hinweise und Probleme von Anwohnern oder Gewerbetreibenden sollen möglichst schnell bearbeitet werden.

Auch eine engmaschige Bauüberwachung vor Ort ist vorgesehen. Sie soll unter anderem darauf achten, dass Termine, Sicherheitsvorgaben, Verkehrsregelungen und Qualitätsstandards eingehalten werden.

Baubeginn für März 2027 geplant

Sollte der Gemeinderat am 29. September zustimmen, ist damit noch nicht die endgültige Investitionsentscheidung gefallen.

Nach dem derzeit vorgesehenen Ablauf soll bereits am 30. September 2026 der Aufsichtsrat der Stadtwerke Wehr über die Investition und Umsetzung entscheiden.

Anschließend könnte am 12. Oktober die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt veröffentlicht werden. Die Öffnung der Angebote ist für November vorgesehen.

Als geplanter Baubeginn für den ersten Bauabschnitt nennt die Verwaltung den 1. März 2027.

Wann genau die Bauabschnitte zwei und drei umgesetzt werden könnten, geht aus der Vorlage noch nicht hervor. Die weitere Terminplanung soll in der Gemeinderatssitzung vorgestellt werden.

Was entscheidet der Gemeinderat am 29. September?

Der Beschluss betrifft nicht nur die grundsätzliche Frage, ob das Nahwärmenetz erweitert werden soll.

Stimmt der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu, gibt er damit grünes Licht für den Ausbau in drei Bauabschnitten und stimmt gleichzeitig der Planung und dem Verkehrskonzept für den ersten Abschnitt zu. Die Stadtwerke würden mit der Umsetzung, der Information der Betroffenen und der Bauüberwachung beauftragt.

Damit würde der Gemeinderat zugleich zur Kenntnis nehmen, dass während der Bauarbeiten erhebliche Verkehrseinschränkungen notwendig werden können.

Die Verwaltung spricht sich für das Projekt aus. Aus ihrer Sicht überwiegen die langfristigen Vorteile einer nachhaltigen Wärmeversorgung die zeitlich begrenzten Belastungen während der Bauphase. Ob der Gemeinderat dieser Einschätzung folgt, entscheidet sich in der öffentlichen Sitzung am 29. September 2026.

Für die Innenstadt ist die Entscheidung jedenfalls von unmittelbarer Bedeutung: Bei einer Zustimmung könnte ab dem kommenden Frühjahr ein weiteres Stück des Nahwärmenetzes entstehen. Gleichzeitig müssten sich Anwohner, Geschäftsleute und Verkehrsteilnehmer für die Dauer der Bauarbeiten auf Einschränkungen einstellen.

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