Stadtentwicklung: Die Außenentwicklung

27.11.2025

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Während die Innenentwicklung – das Nutzen bestehender Flächen im Stadtgebiet – im Fokus einer nachhaltigen Stadt wächst, bleibt die Außenentwicklung ein wichtiges Thema für Wehr.

Denn trotz aller Maßnahmen im Bestand kann die Stadt den zukünftigen Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen nicht allein durch Nachverdichtung decken.

Das Stadtentwicklungskonzept untersucht deshalb systematisch, welche Flächen außerhalb der bestehenden Siedlungspotenziale entwickelt werden könnten – und unter welchen Bedingungen dies überhaupt möglich ist.

Warum Außenentwicklung nötig ist

Wehr verfügt nur über begrenzte freie Grundstücke im Bestand. Gleichzeitig steigt der Bedarf an:

  • neuen Wohngebieten,

  • zukunftsfähigen Mischgebieten,

  • modernen Gewerbeflächen.

Das Konzept verfolgt dabei klar den Grundsatz: Innenentwicklung vor Außenentwicklung – aber ganz ohne Außenentwicklung wird es nicht gehen.

Wie die Stadt geeignete Flächen bewertet

Damit nicht „ins Blaue hinein“ geplant wird, untersucht das Konzept alle potenziellen Außenflächen anhand von drei großen Themenfeldern:

Grundstruktur

  • Eigentumsverhältnisse

  • Restflächen aus dem gültigen Flächennutzungsplan

  • Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger

Landschaft

Dies ist das wichtigste Kriterium. Berücksichtigt werden u. a.:

  • regionale Grünzüge

  • FFH- und Vogelschutzgebiete

  • Biotope

  • Hochwasserzonen

  • Schutzabstände (z. B. zu Wäldern oder Friedhöfen)

  • Topografie

Städtebau

Das betrifft:

  • Erschließung und Anbindung

  • Einbindung in Ortsteile

  • Lärm- und Geruchseinflüsse

  • Hangneigungen

  • Abstände zu Infrastruktur

Diese Kriterien sind unterschiedlich gewichtet – Landschaft hat mit 45 % den höchsten Einfluss, da eine naturverträgliche Entwicklung besonders wichtig ist.

Welche Wohnbauflächen Potenzial haben

Im aktuellen Flächennutzungsplan gibt es bereits ausgewiesene, aber noch nicht entwickelte Flächen. Außerdem wurden zusätzliche Flächen als mögliche Suchräume untersucht.

Restflächen:

  • Meierhof (5,2 ha)

  • Habiken (2,0 ha)

  • Breit (0,6 ha)

Neue Suchflächen:

  • Bergweg/Balzerkopf (6,0 ha)

  • Meierhof Nord (5,3 ha)

  • Meierhof Süd (3,0 ha)

  • Erweiterung Mühlenstraße (0,8 ha)

  • Oberdorfler Rainen (4,4 ha)

Ranking Wohnbauflächen (beste bis geringere Eignung):

  • Habiken

  • Meierhof

  • Breit II

  • Erweiterung Mühlenstraße

  • Bergweg/Balzerkopf

  • Oberdorfler Rainen

  • Meierhof Süd

  • Meierhof Nord

Mischgebiete – Wohnen & Arbeiten kombinieren

Für gemischte Nutzungen wurden ebenfalls bestehende Restflächen und zusätzliche Flächen untersucht.

Restflächen:

  • Weihermatt Nord (1,2 ha)

  • Oberdorf (1,6 ha)

Suchflächen:

  • Nördliche Erweiterung Vogelmättle (3,8 ha)

  • Klingengraben (2,8 ha)

  • Juchmatt (11,9 ha)

  • Erweiterung Weihermatt Nord (1,3 ha)

Ranking Mischgebiete:

  • Weihermatt Nord

  • Weihermatt Nord (Erweiterung)

  • Oberdorf

  • Klingengraben

  • Vogelmättle Nord

  • Juchmatt

Gewerbeflächen für die Wirtschaft

Wehr benötigt langfristig neue Flächen für Gewerbebetriebe. Auch hier wurden bestehende und neue Flächen analysiert.

Bestehende Restflächen:

  • Obere Wiher (7,1 ha)

  • Kreuzmatt-Süd (1,2 ha)

  • Finsterbach Süd (1,8 ha)

  • Wehra Nord (1,1 ha)

  • Flienken Süd (1,3 ha)

Neue Flächen:

  • Obere Wiher – Erweiterung (12,3 ha)

  • Industrie­straße – Erweiterung

Ranking Gewerbegebiete:

  • Kreuzmatt-Süd

  • Finsterbach Süd

  • Obere Wiher

  • Wehra Nord

  • Flienken Süd

  • Erweiterung Obere Wiher

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