Die Stadt Wehr steht vor einer wichtigen Entscheidung: Ab Mitte 2026 soll es eine eigene örtliche Straßenverkehrsbehörde geben. Bislang werden diese Aufgaben noch vom Landratsamt Waldshut übernommen. Doch die Stadt möchte mehr Eigenständigkeit – und das aus guten Gründen.
Warum die Veränderung?
Der Verkehr in Wehr und Öflingen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Viele Bürgerinnen und Bürger waren unzufrieden mit der bisherigen Bearbeitung durch das Landratsamt. Beschwerden über lange Wartezeiten und wenig bürgernahe Lösungen haben den Druck erhöht.
Dem Gemeinderat wird daher eine Grundsatzentscheidung vorgelegt, die Weichen neu zu stellen.
Was macht eine Straßenverkehrsbehörde?
Eine Straßenverkehrsbehörde regelt zum Beispiel:
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wo Verkehrszeichen stehen,
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wo Fußgängerüberwege eingerichtet werden,
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welche Straßen beruhigt oder für Durchgangsverkehr gesperrt werden,
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wie Genehmigungen für Parken oder Umleitungen bei Baustellen laufen.
Außerdem wird sie für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständig sein – also auch für Geschwindigkeitskontrollen. Damit könnten Verstöße künftig direkt vor Ort geahndet werden.
Kosten und Einnahmen
Natürlich kostet eine neue Behörde Geld. Es werden zusätzlich rund vier Stellen im Ordnungsamt und Kassenwesen geschaffen. Auch Technik wie Software und Messgeräte muss angeschafft werden. Insgesamt rechnet die Stadt mit jährlichen Ausgaben von rund 283.000 Euro.
Auf der anderen Seite stehen aber Einnahmen – etwa durch Verwaltungsgebühren oder Bußgelder. Diese dürften nach Erfahrungen anderer Städte bei knapp 290.000 Euro im Jahr liegen. Damit würde sich die neue Behörde im Wesentlichen selbst tragen.
Mehr Bürgernähe und Sicherheit
Für die Stadtverwaltung ist klar: Es geht nicht ums Geld, sondern um einen besseren Service. Entscheidungen könnten künftig schneller und direkter getroffen werden. Anträge müssen nicht mehr erst über das Landratsamt laufen. Gleichzeitig soll die Verkehrssicherheit steigen, weil Geschwindigkeitskontrollen gezielter und öfter stattfinden können.
Auch die Erfahrung aus den Nachbarstädten Bad Säckingen und Schopfheim zeigt: Mit einer eigenen Behörde lassen sich Verfahren deutlich vereinfachen und Bürgeranliegen effizienter bearbeiten.
Wie geht es weiter?
Der Gemeinderat wird im Frühjahr 2026 endgültig entscheiden, ob Wehr die Straßenverkehrsbehörde einrichtet. Bis dahin bereitet die Verwaltung alles vor – von der Personalplanung bis zur Technik. Wenn alles nach Plan läuft, startet die neue Behörde am 1. Juli 2026.
