Die Innenstadt entlang der Hauptstraße in Wehr rückt immer wieder in den Fokus der Diskussionen.
Sie vereint auf den ersten Blick zentrale Funktionen: Schule, Geschäfte und Restaurants machen sie zu einem wichtigen Ort. Gleichzeitig fällt jedoch auch Negatives auf: fehlende Attraktivität, Verkehrsprobleme und wirtschaftliche Schwäche prägen das Bild.
Stadtentwicklung und „15-Minuten-Stadt“
Stadtentwicklungskonzepte zeigen unterschiedliche Szenarien auf, wie die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger erfüllt werden können.
Ein prominentes Modell ist die „15-Minuten-Stadt“. Es fragt danach, ob die wichtigsten Dinge des täglichen Lebens – wie Einkäufe, ärztliche Versorgung, Schule oder Freizeitangebote – innerhalb von 15 Minuten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Ergebnisse der Umfrage
In unserer nicht repräsentativen Umfrage vom 26. August 2025 mit rund 1.200 ausgewerteten Rückmeldungen zeigt sich ein klares Bild:
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82 % der Teilnehmenden gaben an, dass sie alle wichtigen Dinge des täglichen Lebens – von Lebensmitteln und Drogerie über Apotheke, Ärzte bis hin zu Schulen und Kindergärten – innerhalb von 15 Minuten erreichen können.
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Dennoch würden nur 61 % Wehr insgesamt als „15-Minuten-Stadt“ bezeichnen.
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Besonders auffällig: 93 % empfinden die Innenstadt als nicht ausreichend attraktiv.
Die ausgewerteten Kommentare bestätigen: Auch wenn die Innenstadt von vielen als unattraktiv wahrgenommen wird, spielt sie für die Bürgerinnen und Bürger in ihrer alltäglichen Versorgung kaum eine ausschlaggebende Rolle. Die Nahversorgung funktioniert – aber nicht über die Innenstadt.
Kurz gefasst: Die Menschen in Wehr sind im Alltag gut versorgt, doch die Innenstadt trägt dazu kaum bei. Sie ist weder wirtschaftlich noch städtebaulich der Dreh- und Angelpunkt, den man erwarten würde.
Schlussfolgerungen für die Lokalpolitik
Aus den Ergebnissen ergeben sich einige klare Handlungsfelder:
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Planungen in der Lokalpolitik konsequent an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten.
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Den konkreten Nutzen für die Bevölkerung stärker in den Mittelpunkt rücken.
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Nicht vermuten, sondern fragen – und die Menschen aktiv einbeziehen.
